Sprinter von Bruder zerlegen

Das am meist umgebaute Fahrzeug der Spielwarenfabrik Bruder nach dem Liebherr Radlader dürfte wohl der Mercedes-Benz Sprinter sein. Der Grund dafür ist der, dass es auf dem Markt keine Bausätze oder Modelle für Kleinlastkraftwagen gibt.

Um den Sprinter zu zerlegen müssen 20(!) Klammern geöffnet und die Vorderachse ausgefräst werden. Die Fotos und der Text unterhalb der Fotos erläutern wie der Sprinter zerlegt wird. Der Zusammenbau erfolgt in umgekehrter Reihenfolge.

Anleitung

Am besten man fängt mit der Stoßstange an. Diese ist an 6 Stellen mit dem Rahmen verbunden. 4 davon sind Klammern. Diese sitzen unterhalb des Kühlergrill. Da die Zungen, die in die Klammern greifen, kaum zu öffnen sind, schlage ich diese immer mittels einem Schraubendreher mit flacher Klinge ab. Im letzten Bild kann man die Befestigungspunkte sehen. Unterhalb der Stoßstange befinden sich zwei Vertiefungen, über die das Plastik der Stoßstange geschoben ist. Von diesen Vertiefungen werden die oberen und seitlichen Kanten um 1-2 mm abgetragen. Dann lässt sich die Stoßstange abnehmen. Damit ist der schwierigste Part erledigt.

Danach wird die Achse herausgetrennt um besser an die 4 Klammern, die in den Kotflügeln sitzen, heranzukommen. Dazu wird das angedeutete Getriebe in Linie der Achse aufgetrennt, z. B. mit einem Fräser. Die Achse mit den Rädern lässt sich jetzt problemlos herausnehmen.

Die Befestigungspunkte der Stoßstange, der beiden Seitenteilhalter im Radkasten und den beiden Clipsen für den Flankenschutz sind destruktiv, d. h. sie müssen zerstört werden. Alle anderen Klammern sollten vorsichtig aufgebogen bzw. gespreizt werden. Das hat den Vorteil dass diese beim Zusammenbau wieder Führung und Stabilität geben.

Sollte die Stoßstange nach dem Zusammenbau wackeln, so reichen 2 kleine Schrauben mit selbstschneidendem Gewinde unterhalb der Stoßstange eingedreht aus, um diese wieder fest zu bekommen.

Der Einstieg ist ein zentrales Bindeglied zwischen Kabine und Rahmen. Deswegen trenne ich die Klammern sehr früh auf. Das ist nicht zwingend erforderlich, aber vereinfacht meiner Meinung nach das weitere Zerlegen des Sprinters. Alle anderen Klammern werde wie auf den Fotos gezeigt geöffnet.

Die Türen selber haben keinen Einfluß auf die Verbindung zwischen Rahmen und Karosserie. Sie können an jedem beliebigen Punkt entfernt bzw. beim Zusammenbau wieder eingesetzt werden.

Die Scheinwerfer lassen sich herausdrücken. Das geht mit wenig Kraftaufwand ohne Werkzeug zu Hilfe nehmen zu müssen. Die Reflektoren lassen sich so präparieren, dass zwei 5mm LED und eine 3mm LED je Seite eingebaut werden können. Ich nutze für das Abblendlicht 5mm LED mit konkaven Kopf, das ergibt einen breiten Lichtkegel. Für das Fernlicht werden dann normale LED mit einem Lichtaustrittswinkel von 20-30° eingebaut. Als Farbtemperatur nutze ich Werte im Bereich Neutralweiß, was den im Original verwendeten Glühlampen am nächsten kommt.

 

Reifen/Felgen von der Achse entfernen.:

sollen die Räder anschließend wieder verwendet werden, lassen sie sich am besten auf folgende Weise von der Achse abziehen:
- die Achse trennen, und zwar so dass an jeder Seite 4cm bis 5cm zum Rad hin stehen bleiben
- das abgesägte Ende ca 1.cm weit in den Schraubstock spannen
- mittels eines Lötkolbens (>50 Watt, breite Spitze) in der Mitte des Achsstummels die Achse erwärmen
- zwischendurch immer wieder vorsichtig das Rad drehen, keine starken Bewegungen
um die Achsführung nicht zu erweitern
- wenn zu spüren ist dass sich das Rad leicht drehen lässt, dieses gerade mit kleinen Links/Rechts Drehungen von der Achse ziehen und auskühlen lassen

Wenn diese Prozedur feinfühlig gemacht wurde, bleibt die Bohrung in der Flucht und das Rad wird mit einer neuen Achse keine oder nur wenig Unwucht haben.

Empfehlung zur Elektronischen Ausstattung: In meinen Sprintern habe ich wegen der geringen Größe die kleinen Graupner GR-12 Hott SH Empfänger eingesetzt. Des weiteren sind alle anderen Komponenten von CTI (Fahrregler Thor 15), ebenso das Lichtmodul für Brems- und Rücklicht (PS2BR) und das Modul für Licht und Blinker (PS4b).
Für ein realistisches Verhalten der Lenkung habe ich das Servo-Delay von CTI (jetzt Weg-Tip-Delay) verbaut.